Biomassekonferenz 2011

Bericht über die Mitteleuropäische Biomassekonferenz in Graz

Vom 26. Jänner bis 29. Jänner 2011 fand in den Räumlichkeiten der Messehalle Graz die Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2011 statt. Hochdotierte Vortragende - aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft - gaben ihr Statement zu den Themen Energieversorgung, Klimawandel, Rohstoffe und zukünftige Strategien der erneuerbaren Energie ab.

 

Erstmals in der Geschichte der Europäischen Union sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, Mindestziele für den Ausbau der erneuerbaren Energie festzulegen. In diesen Nationalen Aktionsplänen ist vor allem die Biomasse von zentraler Rolle. Liest man zwischen den Zeilen, so sind alle Mitgliedsstaaten geradezu in einer Aufbruchstimmung. Bioenergie, in welcher Form auch immer, wird unglaubliches Potential für die Zukunft vorausgesagt.

 

In seinen Begrüßungsworten spricht Bundesminister Dipl. Ing. Nikolaus Berlakovich den Treibhausverursacher Nr. 1 an: „Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt!“. In 20 Jahren wird der Energiebedarf um nochmals 40% steigen, vor allem in den Emerging Markets wie Indien und China. Dass dadurch fossile Brennstoffe weiter steigen werden und den österreichischen Haushalten pro Jahr bis zu 3.500,- Euro an Mehrkosten verursachen, ist neben den Treibhausgasen ein weiterer bitterer Beigeschmack. Bis 2050 sollte es Österreich schaffen, energieautark zu sein. Bereits jetzt gibt es 185.000 so genannte „Green Jobs“, mehr als z.B. in Tourismus oder in der Automobilindustrie, und es werden täglich mehr. Genau in diese Kerbe möchte der Minister mit seinem Programm schlagen. Mittels Förderungen Jobs schaffen, die vor allem im Bereich der Forschung neue Technologien und Projekte entwickeln, um der Bioenergie den großen Durchbruch zu ermöglichen. Positive Nebenerscheinung dabei sollte eine leistbare Energieversorgung sein.

Die große Herausforderung für Österreich wird es aber sein, zukünftig Energie einzusparen und vor allem auch effizient zu verwenden.

 

Und wenn die Frage in den Raum gestellt wird, ob Bauern dabei etwas verdienen werden, heißt es - JA!! Damit ein Wirtschafssystem funktioniert, muss auch was dabei verdient werden- gerade durch die, die auch Grund und Boden dafür zur Verfügung stellen und dafür hart arbeiten.

 

Erich Fercher, Geschäftsführer der BIOENERGY 2020+ GmbH zeigt, wie aufwendig es ist, gute Ideen umzusetzen. Aus 300 Ideen werden 30 Produkte und daraus entstehen lediglich drei brauchbare Projekte. Die Idee ist noch kostenneutral. Um daraus 30 Produkte zu schaffen, bedarf es finanziellen und persönlichen Input. Dass daraus dann drei Projekte entstehen, verursacht nochmals hohe Forschungskosten. Was er damit sagen will ist nichts anderes, als dass die Zukunft der Bioenergie am stärksten von Geldern der öffentlichen Hand abhängt.

 

Laut Kasimir Nemestothy von der Landwirtschaftskammer Österreich fließen weltweit jährlich 330 Mrd. US$ an Förderungen in fossile Brennstoffe. Sei es für Probebohrungen, Fördertechnik oder Logistiklösungen. Wenn man sich diesen Betrag auf der Zunge zergehen lässt, kann man nur erahnen, wie weit die Bioenergie bereits entwickelt wäre, hätte sie auch so ein Budget zur Verfügung.

 

Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz bot allen Beteiligten und Besuchern die Möglichkeit, neues Wissen einzubringen und von Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Sie ist Basis für eine rasche Weiterentwicklung der Energieproduktion- weg von Erdöl, Erdgas und Kohle- hin zu sauberer Energie und für eine nachhaltige Welt.