MR – Personal im Einsatz auf 2000m Seehöhe

Michael Reinprecht arbeitet diesen Sommer über MR – Personal als Hirte auf der Kirchbach Wipfelalpe.

 

Die Kirchbach Wipfelalpe liegt auf einer Seehöhe von 1450 – 2185 m. Mit einem Gesamtausmaß von 250 ha, sie setzt sich aus 120 ha Weidefläche, 80 ha Wald und 50 ha unproduktiver Fläche zusammen.Es werden jährlich (Juni bis Sept.) ca. 520 Schafe, 70 Ziegen und bis zu 10 Pferden gesömmert.

Die Almhütte befindet sich auf 1580 m Seehöhe und steht dem Hirten zur Verfügung. Fließwasser wird durch die eigene, ca. 2 km entfernten, Quelle gespeist. Für den Strom sorgt ein am Dach montiertes Solarpanel.

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Das freilaufende Vieh wird durch einen Hirten beaufsichtigt. Seine Aufgabe besteht darin, das Vieh, Schafe, Ziegen und die Pferde, zu beaufsichtigen und die zu betreuende Stückzahl zu kontrollieren, sowie bei auftretenden Krankheitsanzeichen einen Tierarzt hinzuziehen, die verendeten Tiere zu registrieren und die Bauern zu informieren. Für neugeborene, lahmende, kranke, verletzte oder schwache Tiere steht ein Stallgebäude als Unterschlupf zur Verfügung. Die große Herausforderung besteht darin, dass es im Berggebiet heftige Gewitter mit Sturm, Blitz und Hagel gibt und gegen Ende der Saison durch eintretende Schneefälle die Tiere besonders gefährdet sind. So kann es unter anderem schon vorkommen, dass Tiere vom Blitz erschlagen werden. Eine weitere Problematik der letzten Jahre war das Auftreten von Bär und Wolf, die auch Tiere gerissen haben. So wurden im Jahr 2010 94 Tiere gerissen. Für die betroffenen Landwirte kommt es neben dem Verlust der Tiere, auch zu finanziellen Einbußen des Weidezinses, ÖPUL-Förderung und die Behirtungsprämie gehen dadurch verloren.

 

Wie kam es,  dass du dich als Hirte beworben hast? Schon als kleiner Bursche hab` ich davon geträumt, einmal einen ganzen  Sommer als Hirte in den Bergen zu verbringen. Durch meinen Beruf war es die letzten Jahre nie machbar, so lange frei zu bekommen! Doch diesen Sommer hat es geklappt! Als ich das Inserat las, in dem stand, dass auf der Kirchbacher Wipfelalm ein Schafhirte gesucht wird,  habe die Gelegenheit am Schopf gepackt und bin mit meinem Auto vollgeladen zum Almauftrieb ins Gailtal angereist. Ein Riesenabenteuer hat begonnen!

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Wie läuft dein Alltag so ab? Mein Tag beginnt mit Sonnenaufgang und nach einem kleinen Rundgang um Hütte und Stall und einem frischen Morgenbad im Wassertrog, melke ich noch vor dem Frühstück die Milchziege. Gut gestärkt, ausgerüstet mit Viehsalz, Fotoapparat, Fernglas und natürlich Speck, Käse und Brot zur Stärkung, bin ich dann in dem weitläufigen, wunderschönen Naturgebiet den ganzen Tag unterwegs. Da sich die

Schafe und Ziegen gerne in den Gipfelzonen aufhalten, marschiere ich um die Herde zusammenzuhalten 1000 Höhenmeter und viele Kilometer am Tag.

 

Gab es für dich schon brenzlige Situationen? Es war schon oft gefährlich, da es viele Unwetter gegeben hat. Leider hat der Blitz schon einigen Schaden angerichtet und einige Tiere erschlagen!

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Beeindruckende Situationen die du erlebt hast? Neben dem wunderschönen Naturgebiet, konnte ich einige Adler aus nächster Nähe beobachten. Unlängst hat ein Schaf zwei Lämmer direkt am Gipfel zur Welt gebracht – es ist alles gut verlaufen und die Tiere sind wohlauf.

 

Was möchtest du uns mitgeben? Leben und Tod wie auch Schönheit und Gefahr der Bergwelt können sehr nah beisammen liegen! Soviel hat mich der Sommer schon gelehrt – möge bis zum Almabtrieb noch alles gut verlaufen!

 

Herzlichen Dank für das Gespräch

Das Interview führte: Sabine Scharner

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