Betriebskosten in landwirtschaftlichen Betrieben senken

Reduktion des in Maschinen gebundenen Kapitals bringt finanzielle Entlastung für landwirtschaftliche Betriebe
Betriebskosten in landwirtschaftlichen Betrieben senken

Volatile Märkte sind derzeit die größte Gefahr für den landwirtschaftlichen Betrieb. Waren die Preisentwicklungen bis in die 1990er-Jahre stabil und somit für den Landwirt berechenbar, so drehte sich das Blatt mit dem Beitritt zur EU und den parallel stattfindenden Veränderungen am Weltmarkt. Stark schwankende Preise sind für eine Landwirtschaft, die einem ständigen Erneuerungsprozess (ausgelöst durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen oder neue Produktionsverfahren) unterliegt, eine große Gefahr.

Nur Betriebe, die ihre Kosten im Griff haben, sind in so einem Umfeld erfolgreich.

Als vorrangige Kostenfaktoren und teilweise sogar „Kostenfallen“ sind zu betrachten:

Eine gute und zeitgerechte maschinelle Ausstattung ist heute für jeden Betrieb notwendig, um die Arbeit schnell und effizient – und damit wirtschaftlich – erledigen zu können. Hier beginnt das Problem: Die meisten Betriebe können die neu angekaufte, teure Technik nicht selber auslasten und erreichen somit nicht den erhofften Einsparungseffekt, den diese Technik erzielen soll.

• Hohe Kosten durch Eigenmechanisierung (Anschaffung,
  Betrieb, Wartung etc.)
• Wegfallende Absatzmärkte (Nischenprodukte müssen
  überlegt werden)
• Preisverfall in den immer stärker globalisierten Märkten
• Betriebe arbeiten nicht zusammen  (jeder bleibt Einzelkämpfer)
• Kein flexibler Faktoraustausch zwischen Betrieben
• Ungünstige Parzellenstruktur
• Kein mehrbetriebliches Flächenmanagement
• Keine weitergehende Zusammenarbeit in
  Wertschöpfungspotenzialen


Hier können Gemeinschaften wie der Maschinenring mit vielen verschiedenen Lösungen Abhilfe schaffen. Ursprungsidee des MR ist, dass ein Landwirt oder eine Gemeinschaft das Gerät ankauft und dann anderen Landwirten zur Verfügung stellt bzw. bei diesen die komplette Dienstleistung erbringt. Wichtig ist dabei vor allem das Entwickeln und Aufrechterhalten von lokalen Netzwerken (Partner finden, Dienstleister entwickeln, Abrechnen, Einsatzplanung). Dabei ist die Motivation zur  Zusammenarbeit von Landwirten ein wichtiger Faktor, der bis zur Begleitung von Umsetzungslösungen und dem Anbieten von Komplettdienstleistungen mit echten Zuerwerbs-Chancen reicht.

Vorteil von Maschinengemeinschaften: Die immer teurer werdenden Geräte verlangen nach gemeinsamen Lösungen und rücken Gemeinschaften in den wirtschaftlichen Vordergrund. Mehrere Landwirte kaufen das Gerät und benutzen es selber – Kosten- und Risikoteilung und gleichzeitig garantierte gute Auslastung sind die überzeugenden Vorteile.

Bei diesen Modellen steht die Kostendegression durch bessere Auslastung im Vordergrund.

Wie viel Geld spare ich mir wirklich in einer Gemeinschaft?

Anzahl  Traktor-Gemeinschaften

Stunden gesamt/Jahr

Durchschnittliche Stunden/Gerät u. Jahr

Neukosten gesamt

Durchschnittliche Kosten/Gerät

Durchschnittliche

 Mitglieder /

Gemeinschaft

28 Traktore

(Ø 140PS)

16.240

580

2.440.900,--

87.175,--

12,5

Vergleich Landwirt Alleine

1 Traktor  140PS

 

200

 

87.175,--

 

 

Gemeinschaftstraktor

Fazit:

Durch die hohe Auslastung mit einem Gemeinschaftstraktor in der Gemeinschaft werden 2,9 Einzeltraktore ersetzt. ( 580 Stunden : 200 Stunden = 2,9)

Damit werden in jeder Gemeinschaft 1,9 Traktor eingespart, ergibt einen Kostenvorteil von 165.635,50 € (Traktorneuwert 87.175,--x 1,9 = 165.635,50) in jeder Gemeinschaft.

Somit wird für jeden Landwirt in der Gemeinschaft Kapital in der Höhe von 13.250,84 € eingespart, das nicht in Maschinen gebunden ist und für andere notwendige Investitionen verwendet werden kann.

Arbeitszeit als wertvolle Ressource

Jedoch durch die wachsenden Betriebe wird auch die verfügbare  Arbeitszeit immer weniger und somit sind gangbare Lösungen gefragt, bei denen auch der Betriebsleiter entlastet wird. Mit der „Komplettdienstleistung“ (Gesamtpakete wie z. B. Pflanzenschutz, Grünlandsanierung, Zwischenfruchtanbau, Düngerausbringung…) werden nicht nur die Technikkosten niedrig gehalten, auch die Betriebsmittelkosten sind geringer, da es keine Restmengen mehr gibt.

Zusätzlich wird wertvolle Arbeitszeit eingespart, da für Betriebsmittelbesorgung, Dokumentation sowie Fortbildung in dem ausgelagerten Bereich keine Zeit mehr nötig ist. Diese wertvolle Zeitressource kann für andere betriebliche Tätigkeiten genutzt werden.

Mit dem Auslagern ganzer Produktionszweige (Grünland, Ackerbau usw.) kann die weitere Entwicklung in anderen Betriebsschwerpunkten vorangetrieben werden, ohne sich Gedanken über Arbeitszeit-Ressourcen und finanzielle Risiken zu machen.

Wichtig ist es, für die jeweilige Betriebsgröße eine maßgeschneiderte Lösung zu finden, durch die Transparenz und Sicherheit gegeben ist. Dazu gehören:

• Soll-Ist-Vergleich bei Mechanisierungskosten
• Einzel- und gruppenweise Entwicklung von zukunftsfähigen
  Arbeitserledigungskonzepten
• Entwicklung von der Betriebsentwicklung angepassten
  Mechanisierungskonzepten für die Außenwirtschaft
• Konzeption und Umsetzungs-Begleitung für Gemeinschaftslösungen

Arbeitskraft- und Kapitalfreisetzung erlaubt mit gleichem Kapital- und Arbeitseinsatz mehr Wertschöpfung bei besserer Lebensqualität und mehr Zukunftschancen. Roman Braun, Leiter des Bereiches Agrar beim Maschinenring Oberösterreich, dazu:  „Wirtschaftlich nachvollziehbare Gesamtkonzepte sowie Technik auf dem neuesten Stand sind die Voraussetzung, um erfolgreich auf den Betrieben im Einsatz zu sein und die Kosten zu senken.“

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