Kampf den Schnecken

Schnecken spielen in unserem Ökosystem eine wichtige Rolle als Zerkleinerer von Biomasse
Kampf den Schnecken

Schnecken spielen in unserem Ökosystem eine wichtige Rolle als Zerkleinerer von Biomasse. Von den bei uns zu findenden 2000 Schneckenarten sind nur vier gefürchtete Gartenschädlinge, wobei die Spanische Wegschnecke den schlechtesten Ruf besitzt. Sie wurde in den 1970er Jahren aus Südeuropa bei uns eingeführt und fühlt sich im vor frischem Grün nur so strotzenden Mitteleuropa sichtlich wohl. Dabei hat sie sogar die heimische Gartenwegschnecke aus den Gärten in die Wälder verdrängt.

In Österreich sind rund 30 chemische Schneckenbekämpfungsmittel zugelassen, welche auf vier unterschiedlichen Wirkstoffen beruhen:

Metaldehyd
ist ein Kontakt- und Magengift, welches die Schnecke entwässert und nur bei trockener Witterung hilft. Bei nassem Wetter erholen sich die Schnecken bald. Metaldehyd kann auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Folgen sind Erbrechen, Durchfall usw.

Methiocarb ist ein starkes Nervengift, welches auf alle tierische Lebewesen, und damit auch den Menschen, gefährdet. Gleich wie das Nervengift Thiodicarb sind Kleintiere, Vögel, Igel, Katzen usw. gefährdet.

Eisen-III-Phosphat ist regenfest und bringt allen Schnecken einen langsamen Tod. Es soll laut Herstellerangaben für andere Lebewesen ungefährlich sein.

Chemische Schneckenbekämpfung ist zwar die einfachste, aber auch die ökologisch anzweifelbarste Bekämpfungsmöglichkeit. Wir wollen hier einige andere Möglichkeiten vorstellen.

• Vorbeugen durch sparsames Gießen:

Schnecken bestehen zu 85 Prozent aus Wasser. Durch das tägliche Gießen fördert man unbewusst die Entwicklung der Tiere, welche in einer Nacht etwa die Hälfte ihres Körpergewichts an Grünzeug vertilgen. Tägliches Gießen ist aber auch aus anderen Gründen schlecht: Das Wasser dringt nur bis in die obersten Erdschichten ein. Die Pflanzen bilden hier den Großteil ihrer Wurzeln und brauchen sich nicht mehr in tiefere Schichten bemühen – sie werden bei Trockenheit großen Schaden erleiden.

Wenn man gießt, soll ordentlich gewässert werden, sodass das Wasser bis ins tiefere Erdreich dringt. Täglich gießen nur die Nacktschneckenliebhaber.

• Moos als Schneckenvertreiber:

Es wurde schon über Jahrhunderte beobachtet, dass Schnecken kein Moos mögen und lieber verhungern als dieses zu fressen. Moose schützen sich durch Fraßgifte vor Angriffen von Pilzen, Bakterien und Kleintieren. Aufmerksam wurde man auf dieses Phänomen in Herbarien und Museen, wo die Sammlungen regelmäßig mit Pestiziden behandelt werden, um sie schädlingsfrei zu halten. Nur die Moossammlungen musste man nicht behandeln, weil diese von Haus aus sauber blieben.

Wir kennen etwa 15.000 Moosarten weltweit und es gibt sie seit etwa 350 Millionen Jahren auf diesem schönen Planeten. Um so lange bestehen zu können, mussten sie sich was einfallen lassen, um sich gegen gefräßige Feinde wehren zu können.

Es ist kein einzelner Wirkstoff, sondern ein ganzer Wirkstoff-Cocktail, welcher bereits in einer Verdünnung von 0,1 Prozent Wirkung zeigt.
Im Handel findet man mittlerweile vereinzelt Extrakte aus Moos zur Schädlingsbekämpfung.

• Nützlinge fördern:

Schnecken haben viele Feinde. In einer übersäuberten Landschaft, wie sie bei uns meist schon vorherrscht, haben diese allerdings kaum Überlebenschancen und die Schnecken können fröhliche Urständ feiern. Vor allem Vögel wie Amseln, Elstern, Kleiber oder Stare, aber auch Gehäuseschnecken, Frösche, Kröten, Igel, Echsen, Schlangen, Laufkäfer, Glühwürmchen, Weberknechte, Raubspinnen und andere Kleintiere fressen Nacktschnecken oder ihr Gelege. Je mehr wir von diesen Tieren für unsere Gärten gewinnen können, desto weniger wird es automatisch mit den Nacktschecken.

• Laufenten und Hühner:

Indische Laufenten sind bekannt als Schneckenvertilger. Die Rasse ist von Natur aus ein reiner Fleischfresser und Schnecken stehen ganz oben auf der Liste ihrer bevorzugten Nahrung. Allerdings darf man sich keine andere Entenart einreden lassen, denn diese schnappen auch gerne mal ein frisch getriebenes Pflänzchen. Achten Sie darauf, dass den Enten immer genügend Wasser zur Verfügung steht.

Auch Hühner lieben Schnecken und vor allem ihr Gelege. Allerdings auch junges Gemüse und frische Triebe. Wenn man in der glücklichen Lage ist, Hühner zu besitzen, sollte man diese im Herbst in den Garten lassen – Schneckeneier sind ihre Lieblingsspeise.

• Schneckenzaun, Bierfallen, Einsammeln usw.:

Weit verbreitet und bekannt wirkungsvoll sind Bekämpfungsmaßnahmen wie Einsammeln, Bierfallen oder ein Schneckenzaun. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, sein wohlverdientes Abendbier mit den Schnecken zu teilen.