Die Wildfrau vom Stubachtal

Ein 28m großer Fußbadruck mitten in der Landschaft des Pinzgauer Stubachtales, errichtet vom MR Pinzgau
Die Wildfrau vom Stubachtal
(.v.l.)Projektleiter Architekt Uli Stöckl mit dem Team des Maschinenring Pinzgau, Rudi Foidl, Toni Nindl und Günter Brunner

Wenn man einen Ausflug ins schöne Stubachtal im Salzburger Oberpinzgau macht (Weißseebahnen / Enzingerboden), dann sieht man auf Höhe des Gasthofes Wiesen am gegenüberliegenden Hang einen überdimensionalen weißen Fußabdruck in der Landschaft. Direkt über dem Hof des Wiedrechtshauser-Bauern wurde er auf einem Lawinenschutzdamm vom Maschinenring errichtet.

Er misst sagenhafte 28 Meter und die Steinplatten aus Rauriser Naturstein leuchten mit ihrer weißen Farbe weit ins Tal. „Sagenhaft“ ist auch gleich das Stichwort, denn der Grund für dieses überdimensionale „Erdzeichen“ ist die Sage von der Wildfrau im Stubachtal. Die Wildfrauen lebten auf den Bergen in Höhlen und waren den Menschen gut gesonnen. Eine dieser Wildfrauen hatte eine Liebesbeziehung zum Wiedrechtshauser Bauern und hinterließ als Zeichen ihrer Zuneigung einen Fußabdruck hinter dem Hof. Solange der Fuß in der Landschaft zu erkennen war, war dem Hof Glück und Segen beschert. Nicht umsonst wurde der Wiedrechtshauser Hof zum größten Bauernhof im Stubachtal. Über die Jahrhunderte verwitterte der Fußabdruck und verschwand. So die Sage.

Eines von 10 Erdzeichen

Der Saalfeldner Architekt Uli Stöckl und Projektbegründer hat es sich zum Ziel gesetzt, 10 überlieferte Sagen der Region durch das Setzen eines Erdzeichens wiederzubeleben. Nach dem „Müllerfuchs“ in Leogang (ein riesiges Gesicht eines Fuchses) ist der Fußbadruck der Wildfrau das zweite realisierte Erdzeichen.

Uli Stöckl: „Mich reizt der Inhalt und die Symbolik dieser alten Sagengeschichten in Kombination mit der Anziehungskraft von Erdzeichen für die Menschen. Einen Impuls haben mir auch die Bilder der früheren Bergmähder im Lungau gegeben, sowie das berühmte Pferd von Cerhill aus dem 18. Jahrhundert und die Landschaftszeichnungen der Nascas aus dem ersten Jahrtausend vor Christus.

In den nächsten Jahren möchte ich alle 10 Erdzeichen umsetzen. Das ist nur durch die großzügige Unterstützung von Förderstellen und anderen Institutionen möglich. In diesem Fall waren es Mittel, die die Bezirkshauptfrau Rosemarie Drexel zur Verfügung gestellt hat. Die Erdzeichen sollen nicht nur eine zusätzliche touristische Attraktion für die Gemeinden darstellen, sondern auch der Jugend altes Volksgut überliefern.

Bei der Konzeption und Ausführung der Erdzeichen ist der Maschinenring der ideale Partner. Mit Hans Meißnitzer habe ich einen kreativen Ansprechpartner in der Konzeption und Planung und mit Rudi Foidl und seinen Kollegen die engagierten Umsetzer, die man für so ein anspruchsvolles Projekt eben braucht.“

Fußbadruck des Pinzgauer Stubachtales