1970 | 2010: 40 Jahre Maschinenring NÖ-Wien

09.06.2010

160 Mitarbeiter in 20 Geschäftsstellen, 15.569 Mitgliedsbetriebe, fast eine Million geleisteter Arbeitsstunden im Jahr 2009 allein in den Bereichen Betriebshilfe, Personal Leasing und Maschinenring Service. Der Maschinenring Niederösterreich-Wien unterstreicht damit eindrucksvoll die Entwicklung vom „Selbsthilfeverein“ land- und forstwirtschaftlicher Betriebe zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Vorzeigeunternehmen mit sozialer Verantwortung für den gesamten ländlichen Raum.
vlnr. DI Gernot Ertl, Landesobmann ÖKR Fritz Hensler, LK-Präsident Ing. Hermann Schultes, Landesobmann-Stv. Anton Prüller, Landesgeschäftsführer Christian Wildeis
vlnr. DI Gernot Ertl, Landesobmann ÖKR Fritz Hensler, LK-Präsident Ing. Hermann Schultes, Landesobmann-Stv. Anton Prüller, Landesgeschäftsführer Christian Wildeis
Seit dem 26. Juni 1970 trägt und unterstützt der Landesverband die Entwicklung der Maschineneringe in Niederösterreich und seit 2006 auch in Wien. „Während der vergangenen 40 Jahre ist es gelungen, den großen Schritt von der ,Hilfe zur Selbshilfe‘ unter bäuerlichen Betrieben, in der es darum ging, durch gemeinsame Nutzung von landwirtschaftlichen Maschinen und durch Unterstützung bei Arbeitsspitzen sowohl die wirtschaftliche Situation als auch die Lebensqualität auf den Höfen zu verbessern, zu einem modernen Dienstleister mit großer Angebotspalette für den gesamten ländlichen Raum zu meistern“, betont Landesobmann ÖKR Friedrich Hensler anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Landesverbandes Maschinenring Niederösterreich-Wien.

„Der Maschinenring Niederösterrich-Wien musste und muss sich bei allen wirtschaftlichen Unternehmungen selbstverständlich wie jeder andere Betrieb am Markt behaupten. Dennoch hat man hier nie auf die eigenen Grundwerte, die von einer hohen sozialen Verantwortung geprägt sind, vergessen“, so Hensler. Im Zentrum stehe im Maschinenring nach wie vor der Mensch, stehen die fast 16.000 Mitglieder, stehen die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, stehe die Verantwortung für Natur und Umwelt im gesamten ländlichen Raum.

„Im Maschinenring geht es nicht zuletzt auch darum, Gegenmodelle zur Landflucht zu entwickeln und jenen ein Einkommen in den Dörfern und Gemeinden zu ermöglichen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben und weiterhin haben wollen. Parallel zum Strukturwandel in der Landwirtschaft seit den 1980er Jahren hat man im Maschinenring Niederösterreich-Wien rechtzeitig die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung gestellt und neue Dienstleistungsangebote auch über den land- und forstwirtschaftlichen Bereich hinaus entwickelt”, erklärt Landesgeschäftsführer Christian Wildeis MBA zur strategischen Ausrichtung.

Nach wie vor zählen die Agrardienstleistungen zu den Kernbereichen in den Aufgaben der Maschinenringe. Im Vorjahr wurde mit einem Agrarverrechnungswert von 29,7 Mio. Euro eines der besten Ergebnisse seit der Gründung des Landesverbandes erzielt. Fast ebenso stark ist man mittlerweile im Bereich Service aufgestellt, mit einem Umsatz im Jahr 2009 von 24,6 Mio. Euro. Im Geschäftsfeld Maschinenring Personal Leasing waren die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise 2009 zwar auch im Ergebnis spürbar, im Vergleich zur gesamten Branche, die mit massiven Einbrüchen zu kämpfen hatte, fiel der Umsatzrückgang der Maschinenring Personal Leasing relativ moderat aus. Mit 7,7 Mio. Euro gelang es nicht nur, deutlich über dem Ergebnis von 2007 zu bleiben, es wurden sogar noch Marktanteile hinzugewonnen.

In den gewerblichen Bereichen Service und Personal Leasing wurden im Vorjahr insgesamt 203.792 (Service) bzw. 309.135 Stunden (Personal Leasing) an Gesamtarbeitsstunden geleistet.


Im Agrarbereich waren es allein in der Betriebshilfe 484.753 Stunden. Rein rechnerisch entsprechen allein die in diesen Bereichen geleisteten 997.680 Einsatzstunden etwa 555 Vollzeit-Arbeitsplätzen. Weil die Dienstnehmer ihren Einsatz im Maschinenring aber fast ausnahmslos als Möglichkeit für ein Zusatzeinkommen zur Landwirtschaft nutzen, fällt die Zahl der tatsächlich Beschäftigten sogar deutlich höher aus. Allein im Bereich Service nutzten im Vorjahr insgesamt 1.877 Dienstleister die Chance, ein zusätzliches Einkommen zu erwerben.

„Mit dem Einsatz im Service-Bereich, in der Personal Leasing oder in der wirtschaftlichen und der sozialen Betriebshilfe können sich viele Bäuerinnen und Bauern sozusagen direkt vor der eigenen Haustür ein Zusatzeinkommen erwirtschaften. Gerade für angehende Hofübernehmer-Innen bietet dieses attraktive Modell die Möglichkeit, in der Region zu bleiben und z. B. die Zeit bis zur Übernahme der Betriebsführung nicht nur mit einem Einkommen zu überbrücken, sondern auch vielseitig Erfahrungen zu sammeln“, bringt es DI Gernot Ertl, Mitglied der Geschäftsführung, auf den Punkt. Zudem werden in der Betriebshilfe die Bauernhöfe auch dadurch unterstützt, dass ihnen fachlich qualifizierte Dienstleister und Geräte für wichtige Tätigkeiten zur Verfügung gestellt und die Effizienz im Maschineneinsatz optimiert wird.

Im Bereich Effizienssteigerung beim Maschineneinsatz engagiert man sich auch im noch jungen Geschäftsfeld Maschinenring Technik Management. Schwerpunktmäßig geht es in der 2008 gegründeten Genossenschaft um besonders große Gemeinschaftsprojekte wie mobile Weinabfüll- und Flaschenwaschanlagen oder Maschinen zur Glashausreinigung, Boden-bearbeitung uvm. Dieses Modell und Know-How im Gemeinschaftsmanagement will man künftig auf den Bedarf von Gemeinden abgestimmt auch verstärkt anbieten.

Von den Dienstleistungen, die der Maschinenring Niederösterreich-Wien im Service übernimmt, profitiert nicht nur der Agrarsektor, sondern der gesamte ländliche Raum. Auftraggeber sind Gemeinden, Unternehmen und auch private Kunden. Zu den Leistungen zählen vor allem: der Winterdienst (z. B. Schneeräumung), die Grünraumplanung, -anlage und -pflege, das Freischneiden von Straßen und Leitungen, Arbeiten zur Güter- und Forstwegesanierung, die Baumpflege, Gartengestaltung, die Pflege von Sport-, Golf- und Tennisplätzen sowie Arbeiten im Bereich Forst & Energie, in dem auch die Bereitstellung von Holz als umweltfreundlicher Brennstoff, z. B. Hackgut für Heizwerke und Privathaushalte, enthalten ist.

Die Personalbereitstellung über Maschinenring Personal Leasing erfolgt vor allem in den Bereichen Bau- und Baunebengewerbe, Schlosser, Maschinen & Metallwaren, Holzbau und Tischler, Güterbeförderung sowie Nahrungs- und Genussmittelgewerbe.

„In den letzten vier Jahrzehnten hat sich der Maschinenring Niederösterreich-Wien mit enormem Tempo entwickelt. Mit einem gesunden Mix aus bewährten Strategien und weiterentwickelten, bzw. neuen Angeboten, von der Agrardienstleistung bis zu den gewerblichen und kommunal ausgerichteten Tatigkeitsfeldern, wollen wir den erfolgreichen Weg fortsetzen”, sagt Landesobmann Hensler. Eine strategische Partnerschaft, die künftig noch intensiver gelebt werden soll, ist z. B. jene mit den Gemeinden.

In den nächsten Jahren gehe es im Maschinenring Niederösterreich-Wien vor allem um die Verstärkung der Betreuung der Dienstleister für eine intensivere Zusammenarbeit, die Bindung und Entwicklung der Mitarbeiter, die Forcierung von Ideen und Innovationen sowie eine Optimierung der Kunden- und Marktorientierung. „Werden diese Strategien und Ziele umgesetzt, erscheint uns aus heutiger Sicht ein Umsatz- und Mitarbeiteranstieg in den nächsten fünf Jahren von 20 Prozent als realisierbar“, so Wildeis abschließend.