Bäuerliches Eigentum darf nicht angetastet werden!

MR-Interview zur Wahl 2013 mit Bauernbundchef Jakob Auer
Anlässlich der Nationalratswahl 2013 spricht Jakob Auer, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, im Maschinenring-Interview über die Kernzielgruppe der bäuerlichen Familienbetriebe, über europäische Agrarpolitik und die aktuelle Steuerdebatte.
Jakob Auer, Präsident des Österreichischen Bauernbundes
Jakob Auer, oberster Vertreter der heimischen Bauern, kämpft für den bäuerlichen Familienbetrieb als Garant für den Erhalt ländlicher Strukturen.
Maschinenring: Der Maschinenring wurde gegründet, um Einkommenschancen für Landwirte zu schaffen und damit die Überlebensfähigkeit der Betriebe zu erhöhen. Welche Rolle spielt der MR im gegenwärtigen Agrarbereich?

Jakob Auer: Der Maschinenring hat sich in den letzten Jahren zu einem starken Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum entwickelt. Er verringert die Maschinenkosten der landwirtschaftlichen Betriebe und steigert deren Wettbewerbsfähigkeit. Mit den Service- und Personalleasingsparten leistet der Maschinenring einen wesentlichen Beitrag für nachhaltige regionale Lebensqualität. Aber auch als Arbeitgeber für die Bauern z.B. im Service oder Personalleasing ist der Maschinenring ein starker Partner für die Landwirtschaft.

MR: Inwieweit decken sich die Ziele von MR und Bauernbund?

JA: Maschinenring und Bauernbund zeichnen sich durch Lösungsorientierung und Umsetzungsfähigkeit aus, beide Organisationen haben ähnliche Zielsetzungen. Die Bauern sollen von der Landwirtschaft leben können. Solange der Bauernbund in Regierungsverantwortung ist, steht die Sicherung der Bauerngelder ganz oben auf der politischen Agenda.

MR: Wie sehen Sie die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft?

JA: Wir sind stolz auf Betriebe im Familienbesitz, die den Strukturwandel bremsen und mit nachhaltiger Produktion Konsumentenvertrauen gewinnen. Hohes Eigenkapital, geringe Fremdarbeitskosten und der persönliche Einsatz für Haus & Hof zeichnen den Familienbetrieb aus. Er steht im Mittelpunkt aller agrarpolitischen Entscheidungen des Bauernbunds. Für die Zukunft brauchen wir eine Steuerpolitik, die das Eigentum der Bauern schützt. Denn: Grund und Boden, unser Vieh und unsere Maschinen sind unser Produktionskapital, deshalb wird es Steuern auf Eigentum mit uns nicht geben.
Bäuerliches Eigentum darf nicht angetastet werden!
MR: Wie beurteilen Sie die den Ausgang der Verhandlungen zur Gemeinsam Agrarpolitik (GAP) der EU? Ist eine österreichische Handschrift erkennbar?

JA: So groß unsere Befürchtungen eingangs der Verhandlungen waren, die neue GAP ist ein guter Kompromiss. Wir wollen eine produzierende Landwirtschaft, weshalb wir Stilllegungs-Fantasien eine klare Absage erteilt haben. Das Greening kommt nun in abgeschwächter Form. Das Agrarumweltprogramm konnten wir ebenso absichern, wie den Umfang der bestehenden Bergbauernförderung. Beim neuen Regionalfördermodell haben wir lange Übergangszeiten erkämpft. Damit auch weiterhin EU-Geld für regionale Entwicklung zur Verfügung steht, werden wir uns mit aller Kraft für eine nationale Kofinanzierung von 50%, so wie bisher, einsetzen. Andernfalls hätten wir nämlich einen bäuerlichen Einkommensverlust von mehreren Tausend Euro pro Jahr und Betrieb zu verzeichnen.

MR: Was verbuchen Sie als Ihren größten politischen Erfolg?

JA: Die Reform des Einheitswerts. Die Qualität der Reform sollen aber die Bäuerinnen und Bauern selbst beurteilen.