Innovation by Maschinenring

MR-Projekte des Jahres 2013
1. Platz: Chancen für Jugendliche beim MR Sauwald
von links: Stadtgemeinde-Bauhofleiter Alois Bauer, Lehrling Christoph Kutter, Stadtgemeinde-Gärtner Franz Daller

Auch heuer war die Maschinenring Bundestagung mit über 500 TeilnehmerInnen bestens besucht. Neben dem bunten Programm wurden die Tagungsgäste auch dazu eingeladen ihren Favorit für das Projekt des Jahres aus sechs Nominierungen zu wählen. Die Vorentscheidung für die nominierten Finalisten aus insgesamt 20 Einreichungen wurde in bewährter Art von einer Jury unter der Leitung von Doz. Dr. Karl Buchgraber, Wissenschaftlicher Leiter des Institutes Pflanzenbau und Kulturlandschaft des LFZ Raumberg-Gumpenstein und weiteren Profis und Experten aus der Praxis getroffen. Buchgraber zeigt sich erfreut über die hohe Qualität der Einreichungen: „Als Jury-Vorsitzender des Maschinenring-Innovationspreises verfolge ich nun seit Jahren, mit welchen Lösungsansätzen Maschinenringe die mannigfaltigen Herausforderungen zu meistern versuchen und staune jedes Mal erneut über die Innovationskraft dieser Organisation und seiner Mitglieder.“

Den Innovationswettbewerb von Maschinenring gibt es seit 2007 – heuer wurden erstmals 20 Projekte eingereicht, was knapp einem Viertel der 89 Maschinenringe bedeutet.
Matthias Thaler, Bundesgeschäftsführer und LKR Hans Peter Werderitsch, Bundesobmann zeigten sich begeistert, ob der Menge an Einreichungen: „Wir möchten uns bei allen Maschinenringen für ihr Engagement, das eine Bewerbung bei diesem Wettbewerb erfordert, bedanken und gratulieren den Gewinnern. Jede Einreichung hatte das Zeug zum Preisträger. Hier wurde großartige Arbeit geleistet!“


Die Gewinner
1. Platz: Chancen für Jugendliche beim Maschinenring Sauwald
Der 1. Platz ging an den Maschinenring Sauwald, mit einem kombinierten, sozialen und wirtschaftlichen Projekt und der Idee, Jugendliche Erfahrungen in der Berufswelt sammeln zu lassen. In Kooperation mit dem AMS Schärding, dem Wifi und regionalen Schulen gab der Maschinenring Jugendlichen, die auf dem Arbeitsmarkt bisher nicht vom Erfolg verwöhnt waren, eine zweite Chance zu verschaffen, die Chance einer „Berufs-Entscheidungshilfe“ im Rahmen der Arbeitskräfteüberlassung (AKÜ). Die derzeitigen Modelle, z. B. Schnupperlehre, erlauben keine tatsächliche Eingliederung in den betrieblichen Ablauf, ein Mitarbeiten ist nur bedingt möglich. Damit können die Angebote kaum zu einer „pro Lehr-Entscheidung“ beitragen und bieten auch dem künftigen Lehrherrn nur wenig Entscheidungshilfe. Im Rahmen der Aktion konnten mehrere MR Personal-Dienstnehmer durch diese Einsätze eine Lehre beginnen bzw. die Lehrabschlussprüfung nachholen und erhielten eine Fixanstellung beim Beschäftigerbetrieb. Durch verschiedene Arbeitseinsätze im Sommer 2012 konnten „perspektivlose“ Jugendliche für Berufe, die ihnen vorher unbekannt waren, fasziniert werden. Der Maschinenring nimmt mit diesem Weg in der Arbeitskräfteüberlassung eine soziale Verantwortung in beeindruckender Weise wahr.

2. Platz: Bauernhilfsaktion Wölzertal
Der Obersteirische Maschinenring setzte sich mit bäuerlicher Solidarität für seine Mitglieder nach den schweren Unwettern im Jahr 2011 ein. Neben der Hilfestellung bei den Aufräumarbeiten wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, mit der den Hauptbetroffenen des Unwetters zusätzlich finanzielle Unterstützung zur Verfügung gestellt werden konnte, um beispielsweise Gebäudeschäden reparieren zu können. Der Spendenaufruf wurde an 1.800 Mitglieder ausgesandt, ein Spendenkonto eingerichtet, es wurden Gespräche mit Bürgermeistern der geschädigten Gemeinden geführt und Privatschadensausweise eingeholt. Danach wurde ein Auszahlungsplan erstellt. Insgesamt konnten mehr als 40.000 Euro den betroffenen Bauern zur Verfügung gestellt werden.

3. Platz: Heimisches Eiweiß aus Soja-Eigenanbau
In Kooperation über Ringgrenzen hinweg wurde von den Maschinenringen Ober dem Weilhart und Flachgau ein Projekt gestartet, das sowohl ökologische, ökonomische als auch Nachhaltigkeitsaspekte in sich vereint.
Die Landwirtschaft braucht große Mengen an hochwertigen Eiweißfuttermitteln, gleichzeitig gibt es in der Versorgung kaum ausreichend Möglichkeit auf regionale Rohstoffe zuzugreifen, bzw. diese entsprechend hochwertig zu verarbeiten. Große Sojaimportmengen werden deshalb oftmals aus Übersee geliefert, um den heimischen Bedarf zu decken. Das Ziel der Ringe war es deshalb, hochwertiges heimisches Soja-Eiweiß herzustellen. Im Verein Salzachöl fand sich ein innovationsfreudiger Partner. Der regional angebaute Soja wird in einem neuen Verfahren – das Toasten und Pressen erfolgt in einem Arbeitsgang – weiterverarbeitet. Die anfallenden Produkte wie Sojakuchen und -öl, werden direkt an die Mitglieder wieder als hochwertige Futtermittel abgegeben. Strenge Auflagen sorgen für die nötige Qualitätssicherung.


Über das Projekt des Jahres
Der Wettbewerb zur Wahl des „Maschinenring-Projekt des Jahres“ vermittelt in Best-Practice-Manier nachahmenswerte Projekte innerhalb der Maschinenring-Organisation. Das Projekt fungiert als Innovationsdrehscheibe, von der die 89 Maschinenringe österreichweit profitieren. Die eingereichten Unterlagen werden allen Maschinenringen via Wissensdatenbank zur Verfügung gestellt, woraus alle Mitglieder auf Know-how und Erfahrung zurückgreifen können und Ideen für eigene landwirtschaftliche Verbesserungen gewinnen können.