DLG Unternehmertag: Alle Unterlagen & alle Fotos findest Du hier!

Rund 120 Teilnehmer folgten dem Ruf des Maschinenrings und der DLG nach Wels und setzten sich mit einem Thema auseinander, das gerade jetzt aktueller denn je ist. Denn das erfolgreiche (Land-)Wirtschaften bei schwankenden Preisen setzt unternehmerisches Denken voraus.
Schon Hans Peter Werderitsch mahnte in seiner Begrüßungsrede die Landwirtschaft dazu, auf den globalen Markt mehr einzugehen. „Denn“, so Werderitsch, „ wir werden den globalen Markt nicht dazu bringen können, die Dinge aus bäuerlichen Blickwinkel zu sehen!“ Werderitsch gab aber auch Anlass zu mehr Mut: „Dass die Landwirtschaft in diesem Umfeld sehr wohl bestehen kann, beweist schon die Tatsache, dass es auch heute unter diesen Marktumständen viele Betriebe schaffen, erfolgreich zu wirtschaften.“

Friederike Kaths von DLG bestätigte Werderitsch: „Die Agrarmärkte sind im ständigen Wandel, die können wir kaum beeinflussen. Aber“, so Kaths weiter: „worauf wir Einfluss haben ist der eigene Betrieb, hier kann man ansetzen und hier ist Größe –aber im übretragenen Sinn des Landwirten – gefragt!“

Hochkarätige Vorträge

Investitionen auch in der Krise
Schon am Abend des Vortages begann der DLG-Unternehmertag mit einem Kamingespräch darüber, wie Landwirte ihre eigene Zukunft einschätzen. Dr. Achim Schaffner, Fachgebietleiter Ökonomie der DLG gab einen Überblick, der darin resultiert, dass die Landwirte generell die Stimmung im Markt schlechter sehen als die eigene Situation des Betriebs.
Interessant aber wenig verwunderlich: Landwirte, die zukunftsorientiert ihren Betrieb führen, denken auch in Zeiten der Krise an Investitionen und behalten das Kostenmanagement im Auge.

Einfluss der Wirtschaftskrise auf Agrarmärkte
Prof. Dr. Michael Schmitz, Professor am Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Justus-Liebig-Universität in Gießen stellte in seinem Vortrag klar, dass mit der einsetzenden Erholung der Volkswirtschaften auch die Agrarmärkte wieder belebt werden. Darüber hinaus werde infolge des Bevölkerungs- und Einkommenswachstums auch eine Zusatznachfrage nach Bioenergie und endlicher Ressourcen entstehen, was steigende Agrarpreise bringen wird. Doch gerade weil die Agrarwirtschaft somit einer guten Zukunft entgegengeht , wird der Landwirt sich immer mehr mit Volatilität der Preise, konkretem Risikomanagement und allen anderen betriebswirtschaftlichen Absicherungsmaßnahmen beschäftigen müssen.

Mit einzelbetrieblichen Risikomanagement gegensteuern
Passend, sozusagen als „Antwort“ auf Schmitz` Vortrag referierte Franz Sinabell vom WIFO zu diesem Thema. Sinabell zeigte die Ursachen der Preisvolatilität auf und skizzierte eine Einordnung der Risiken in messbare und nicht messbare Potentiale.
Als Gegenmaßnahme für Risiken, der ein landwirtschaftlicher Betrieb ausgesetzt ist, stellte verschiede Methoden wie etwa den Produktmix, aktives Hedging und die Kostenrechnung mit definierten Unter- und Obergrenzen vor.

Vertragslandwirtschaft – eine Antwort auf volatile Märkte?
Diese Frage beantwortete DI Johannes Mayer, Landwirt aus Großmugel so: Natürlich kommt es auf das Vertragsmodell an, das abhängig von vielen Faktoren ist, die zu beachten sind. Etwa die ereichten Qualitäten – Mayer produziert Kartoffel – der Verkaufszeitpunkt und die Möglichkeit der Lagerung sind Erfolgsfaktoren, auf die ein Vertrag abgestimmt werden muss. Sein Fazit: Bei einem Umsatz von 50 % durch die Kartoffel wäre eine Produktion für mich ohne vertragliche Absicherung, so Mayer wörtlich, „Wahnsinn“. Denn Niedrigpreisphasen können mehrere Jahre andauern, was 1999 bis 2002 schon vorgekommen ist.
Vertragsproduktion hat aber auch einen marktstabilisierenden Faktor und verhindert den Absturz der Tagespreise.

Netzwerke aufbauen und gemeinsam in die Zukunft gehen
Dr. Walter Pfandler, Dozent an der staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forst in Landshut strich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von landwirtschaftlichen Betrieben hervor. Unter anderem würde das auch die notwendige Degression der deutlichen Übermechanisierung unterstützen, was sich positiv auf die Gesamtmaschinenkosten je ha auswirken würde. Verknüpft damit ließen sich gewünschte Kostenziele leichter realisieren.
In diesem Zusammenhang sprach Pfandler auch das „Problem“ an, dass man in Kooperationen eigentlich Mitbewerber zu Partnern mache und zeigte Lösungsansätze auf, wie man diesen ersten Hemmschuh überwinden kann und strich dabei die Rolle des Maschinenrings besonders hervor.

Workshops
Nach dem dichtgedrängten Vormittagsprogramm folgte die Aufteilung in drei moderierte Workshops zu den Themen

Ackerbau - Risikomanagement, Chancen erkennen und nutzen

Milchproduktion - Milchwirtschaft, den freien Markt im Blick haben

Kooperationen - Kosten reduzieren und Lebensqualität steigern
ALLE UNTERLAGEN FINDEN SICH AUF DER HOMEPAGE DER DLG: