Soziale Betriebshilfe - unverzichtbar für die Bauernhöfe

10. Mai 2010

Fast 800.000 Arbeitsstunden wurden 2009 in der „Sozialen Betriebshilfe” geleistet – unterstützt, administriert und organisiert wurde diese rasche Hilfe für Bauernhöfe, die unverschuldet in Not geraten sind, von Lebensministerium, Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) und dem Maschinenring.
Pressekonferenz im Café Griensteidl
v.l.n.r.: Bundesobmann LKR Hans Peter Werderitsch, MR-Geschäftsführerin Maria Kulig, Bundesminister DI Niki Berlakovich, ÖkR Karl Donabauer

„Es ist wichtig, die österreichischen Bäuerinnen und Bauern in schwierigen Situationen zu unterstützen. Für mich steht keine Organisation so für solidarische Betriebshilfe wie der Maschinenring Österreich in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherungsanstalt der Bauern. Neben der wirtschaftlichen Betriebshilfe bei Arbeitsspitzen und der Vermittlung von Maschinen samt Bedienungsperson hat der Maschinenring mittlerweile sein Dienstleistungsangebot massiv erweitert und ist so zum Dienstleister für den gesamten ländlichen Raum geworden. Das Lebensministerium unterstützt bereits seit den 1960er Jahren die Entwicklung und die Tätigkeit des Maschinenrings und ist auch weiterhin sehr daran interessiert, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Maschinenring fortzusetzen“, betonte Landwirtschaftsminister DI Niki Berlakovich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SVB-Obmann Abg. z. NR Karl Donabauer, LKR Hans Peter Werderitsch, Bundesobmann des Maschinenring Österreich, und Maria Kulig, Geschäftsführerin des Maschinenring Wiener Becken am 10. Mai in Wien.

 

„Solidarität ist in der bäuerlichen Arbeits- und Wirtschaftswelt kein leeres Schlagwort. Keine andere Berufsgruppe kann wie die Bäuerinnen und Bauern mit der ,Sozialen Betriebshilfe’ als einem wichtigen und sicheren Netzwerk darauf vertrauen, im Notfall – bei Krankheit, Unfällen oder gar Todesfällen – unbürokratisch rasche und kompetente Unterstützung für die unverschiebbaren Arbeiten am Betrieb zu bekommen“, unterstrich Maschi-nenring Bundesobmann Hans Peter Werderitsch.  Die Soziale Betriebshilfe trage außerdem maßgeblich dazu bei, die wirtschaftliche Existenz land- und forstwirtschaftlicher Betriebe im Krisenfall zu sichern.

 

„Generell ist die Betriebshilfe unter dem Gesichtspunkt Ersthilfe eine wichtige Leistung im Bereich der Rehabilitation“, so SVB-Obmann Karl Donabauer. „Damit kann die erste Zeit z. B. nach einem Arbeitsunfall durch den Einsatz von Betriebshelfern überbrückt werden, damit die notwendigen Arbeiten am Bauernhof erledigt werden. Im letzten Jahr hat die SVB rund 5,5 Mio. Euro für die Soziale Betriebshilfe, die Mutterschaftsbetriebshilfe und die Rehabilitationsbetriebshilfe als Zuschuss geleistet. 4.750 Fälle wurden über die Maschinenringe abgewickelt und abgerechnet.“

Der Maschinenring und die SVB kooperieren seit 1996 in der Sozialen Betriebshilfe, um jedem landwirtschaftlichen Betrieb in einer Notlage unbürokratisch qualifizierte Betriebshelfer zur Verfügung zu stellen. Aufgabe des Maschinenrings ist es dabei, die Arbeitskraft bereitzustellen, die Qualität des Einsatzes zu überprüfen und die Abrechnung mit der Sozialversicherungsanstalt der Bauern abzuwickeln.

 

Im Detail galt es in der Sozialen Betriebshilfe (aufgrund von Arbeitsun-fähigkeit, Kuraufenthalten, Begleitung eines schwer kranken Kindes ins Spital, Todesfällen) 3.985 Fälle mit 611.575 Einsatzstunden abzuwickeln. 146.922 Stunden wurden in der Rehabilitationsbetriebshilfe geleistet und 40.059 Stunden in der Mutterschaftsbetriebshilfe. Das sind insgesamt 798.556 Stunden (im Vergleich: 2008 waren es 780.062). Das entspricht mehr als 460 Arbeitsplätzen in Vollzeitbeschäftigung.

 

„Damit ist auch klar, dass die Soziale Betriebshilfe nicht nur ein wesentlicher Faktor ist, um den Bestand von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben im Notfall zu sichern, sondern es resultieren allein aus diesem sozialen Engagement wichtige zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Maschinenring Mitglieder“, ergänzte Werderitsch. Diese Zuerwerbsmöglichkeiten tragen dazu bei, die Lebensqualität auf den Höfen zu verbessern. Sie seien zudem gerade für junge, fachlich gut ausgebildete angehende HofübernehmerInnen oft Anreiz und eine wichtige Perspektive, am Hof und in der Region zu verbleiben, weil der Zuverdienst auch die Möglichkeit schaffe, die Zeit, bis man selbst Verantwortung für den Betrieb trage, mit einem Einkommen als Dienstleister in der Landwirtschaft zu überbrücken, so Werderitsch.

 

Mit Beispielen aus der täglichen Praxis unterstrich GF Maria Kulig vom Maschinenring Wiener Becken die Bedeutung der raschen Hilfe: „Speziell bei einem Arbeitsausfall mitten in der Erntezeit, ob Sommergetreide oder Weinlese, ist es notwendig, rasch einen Helfer zu finden, der auch das entsprechende Fachwissen mitbringt. Anrufe spät abends oder früh morgens sind da keine Seltenheit. Noch drastischer ist es bei viehhaltenden Betrieben, denn Milchkühe müssen zwei Mal täglich gemolken und gefüttert werden. Unsere Betriebshelfer müssen sehr vielfältig sein. Ihre Einsätze reichen von der Erntearbeit, über sämtliche Feldarbeiten wie Anbau oder Pflanzenschutzarbeiten, über Stallarbeit und Waldarbeit bis zu Tätigkeiten im Weingarten.“ Besondere Herausforderungen seien laut Kulig immer Ausfälle von Bäuerinnen. Hier gelte es dann, eine geeignete Betriebshelferin zu finden, die die anfallenden Hausarbeiten und natürlich auch die Arbeiten auf dem Feld oder im Stall übernehmen könne.

 

Foto: bmlfuw/Kern

 

Audiodateien für Journalisten zu finden unter: http://www.o-ton.at oder hier zum Download:

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Informationen zur Sozialen Betriebshilfe: